Wine o'clock


Wein servieren erscheint in erster Linie recht unkompliziert. Man wählt eine Flasche, nimmt ein Weinglas, entkorkt die Flasche und gießt den Wein ins Glas. So einfach ist das aber nicht. Wein einschenken ist ein Ritual, dem gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Und sich mit einem echten Sommelier messen zu wollen, gibt es doch einige einfache Regeln, die dabei zu berücksichtigen sind. Das wirkt nicht nur professionell, sondern erhöht zugleich den Genuss des eingeschenkten Weins.

Temperatur Über die richtige Trinktemperatur für Wein gibt es viele Missverständnisse. So wird Weißwein oft viel zu kalt serviert und Rotwein eher zu warm. Zu kalter Wein verliert seine Aromen und bei einem Wein, der zu warm ist, sticht der Alkohol zu stark hervor. Den Wein auf Trinktemperatur zu bringen, nennt man chambrieren. Dieser Begriff wurde vom französischen „chambre“, was Zimmer bedeutet, abgeleitet. Der Wein muss auf Raumtemperatur gebracht werden. Aber Achtung: die heutige Raumtemperatur von 20 °C ist für jeden Wein zu hoch. Man kann den Wein besser ein wenig zu kühl als zu warm servieren.

Öffnen der Flasche
Heutzutage haben viele Weinflaschen einen Schraubverschluss. Eigentlich schade, denn eine Flasche zu entkorken, ist noch immer ein schönes Ritual, das sich positiv auf die Erwartungen und die Stimmung der Gäste auswirken kann. Korkenzieher gibt es in zahlreichen Ausführungen. Doch zum Entkorken einer Flasche ist das traditionelle Kellnermesser nach wie vor am besten geeignet. Achten Sie beim Öffnen der Flasche darauf, dass die Spirale des Korkenziehers mittig angesetzt wird und den Korken nicht durchbohrt, denn dabei könnten Korkenstücke in den Wein gelangen.

Dekantieren und Karaffieren
Dekantieren und Karaffieren ist nicht dasselbe. Beim Dekantieren wird der ausgereifte Wein in eine schlanke Karaffe gegossen, um das Sediment vom Wein zu trennen. Das Dekantieren erfolgt über einer Kerze, damit gut sichtbar ist, wann das Sediment sich aus der Flasche löst. Karaffieren empfiehlt sich, wenn der Wein noch nicht ganz trinkreif ist, was bei jungen Weinen häufig der Fall ist. Er braucht in dem Fall mehr Luft und wird darum in eine breite Karaffe gegossen.

Wein aufbewahren
Wie kann man eine geöffnete Flasche, die nicht am selben Tag geleert wird, am besten aufbewahren? Sauerstoff ist gut, wenn eine Flasche gerade geöffnet worden ist, aber wenn Wein zu lange mit Sauerstoff in Berührung kommt, leidet der Geschmack. Der Wein riecht und schmeckt dann schon bald wie Essig. Vakuumierter Wein hingegen kommt überhaupt nicht mit Sauerstoff in Berührung und behält darum länger seinen guten Geschmack.

Die Gläser klingen lassen
Es heißt, das man früher absichtlich feste anstieß, um sicherzustellen, dass Wein aus dem einen Glas ins andere gelangte, damit man sicher sein konnte, dass der Gastgeber einem keinen versetzten Wein eingeschenkt hatte. In gehobenen Kreisen ist das Anstoßen mit den Gläsern jedoch verpönt. Häufig werden klingende Gläser mit einem Trinkgelage in Verbindung gebracht, bei denen reichlich Alkohol fließt. Im intimeren und vor allem kleineren Kreis mit Freunden und Verwandten ist Anstoßen völlig in Ordnung. In dem Fall bringt die Geste Verbundenheit zum Ausdruck.

 

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